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... im westlichen Kulturkreis meist aus Eltern und Kindern bestehend, gelegentlich durch im gleichen Haushalt wohnende Verwandte erweitert. Die Familie ist demnach eine engere Verwandtschaftsgruppe.
In der Biologie ist eine Familie ein systematischer Begriff, unter dem mehrere miteinander verwandte Tier- oder Pflanzengattungen zusammengefasst werden.
Familia bedeutet in der Antike eine umfassende Lebens- und Rechtsform, z.T. auch mehrerer Generationen – z.B. Väter/Söhne – mitunter sehr vielen Sklaven in einem „Haus". Basis der „Antiken Familie" ist die Rechtsform, die später als „Haus" bezeichnet wird, in der der Hausvater (Pater familias) nach außen rechtlicher Vertreter und Schutzherr der Familie ist, nach innen als Patriarch/Inhaber aller Machtbefugnis (bis hin zum Töten von Sklaven u.v.m..).
Im westlichen Kulturkreis wird heute unter „Familie" meist die so genannte Kernfamilie verstanden, das heißt Vater, Mutter und deren Kinder. Die Kernfamilie ist in der Tat in den meis-ten modernen Gesellschaften das überwiegend vorkommende Modell. Moderne Formen, wie Wohngemeinschaften oder das Zusammenleben zweier Elternteile mit je eigenen Kindern (ob verheiratet oder nicht) sind zunehmend.
Historisch betrachtet gibt es in Europa eine ganze Reihe von Familienformen. Gegenstand der Diskussion waren insbesondere das „Ganze Haus" und die „Große Haushaltsfamilie". Beide Formen der Großfamilie gibt es in erheblichen Variationen, sowohl, was die Zahl der Mitglieder, die einbezogenen Generationen oder Seitenlinien, als auch, was den Einbezug Nicht-Blutsverwandter (Mündel, Gesinde, Haussklaven, Hauspersonal, au pair) angeht. Auch die Interpretation von „Abstammung" unterscheidet sich (vergleiche zum Beispiel die Institutionen der Adoption und Pflegekinder/-eltern).
In matriarchalischen Gesellschaften wurde die Familie von der Mutter geleitet, in patriarchalischen Familien vom Vater.
Als „Ganzes Haus" wird nach Wilhelm Heinrich Riehl die seit dem Mittelalter vor allem in „Westeuropa" entstandene Familienform der Bauern und Stadtbürger bezeichnet, die neben der Kernfamilie primär durch den Einbezug von Gesinde und unverheirateten Verwandten ausgezeichnet ist. Umstritten ist die „ideologische" Bedeutung dieser Lebensform: Einerseits gilt sie als harmonischer Hort unterschiedlicher sozialer Stände, als vorbildhaftes Modell patriarchaler Lebensform, andererseits wird eine soziale Kluft zwischen Herrschaft und Gesinde betont. Erst ab dem 18. Jh. liegen Quellen vor, die Haushalte mit allen in ihr lebenden Mitgliedern verzeichnen (Kameralistik; Steuer- und Zensuslisten); zuvor weisen Quellen oft ausschließlich Großfamilien der Oberschichten aus. Die Geschichtsschreibung hat deswegen oft die frühere Bedeutung von Kleinfamilien vernachlässigt.
Die „Große Haushaltfamilie" bezeichnet Lebensformen, bei denen mehrere Generationen und unter Umständen mehrere parallele Ehen (z.B. von Brüdern) inklusive Gesinde unter einem Dach in einem Lebens- und Wirtschaftsverband lebten. Sie kam eher in Süd-Osteuropa vor (von anderen Welt-Regionen abgesehen – vergleiche z.B. den nordfriesischen Haubarg). Diese historischen Beispiele weisen darauf hin, dass die Familienbildung durchaus aus verschieden Gründen stattfinden kann: Geburt, Adoption, Scheidung, Verwitwung, Wiederheirat, Pflegschaft. |